KULTURMASSNAHMEN ab 2002 | IN VORBEREITUNG

PROBESTUNDE

Im Rahmen von X-Schulen, einem Projekt des Hebbel-Theaters Berlin an der Kreuzberger Hector-Peterson Oberschule hat KM von acht Schülern der 9. und 10. Klasse Dinge gelernt, die sie noch nicht kannten und diese dann den Zuschauern der Aufführungen in Unterrichtsstunden weitervermittelt. Die Schüler wurden im ersten Schritt zu Lehrern. Während der Aufführung bildeten sie eine Jury und bewerteten die Leistungen von KM als Lehrer in Kommentaren und Zensuren. Diese wurden im Lauf der Aufführungstage statistisch erfasst und ausgewertet. Das Spektrum der Wissensthemen reichte vom Kurdischen Hochzeitstanz, Fußballtricks, Techniken des Kiezrauchens bis hin zu rituellen Waschungen und Fragen des Glaubens. Die Aufführungen fanden Ende Juni 2010 statt. Weitere Bilder hier.

 
 

DAS RESTAURANT

An sechs Abenden betreibt KM ein Restaurant. Jeweils fünf Gäste bringen übrig gebliebene Reste aus ihren Haushalten mit und kochen gemeinsam daraus eine Mahlzeit. Beim anschließenden Essen führen die Teilnehmer ein moderiertes Tischgespräch. Gesprächsthema des Abends ist der übrig gebliebene Gesprächsrest vom Vorabend. Am Ende des Abends gilt es wieder einen neuen Gesprächsrest für den nächsten Abend zu definieren. Der Zyklus fand im November 2009 in den temporären Räumen von Kulturmassnahmen in Kreuzberg statt. Mehr hier.

WER BIN ICH? BZW. WAS GLAUBE ICH, WAS ANDERE DENKEN, WER ICH BIN?

Ein Expertengremium erstellt anhand von Porträtvideos ein Persönlichkeitsprofil von drei Münchner Bürgern. Diese betreten im Anschluss tatsächlich die Bühne und haben die Möglichkeit, das Fremdbild mit ihrem Selbstbild in Einklang zu bringen. Eine gesellige Erkenntnis-Show mit Moderation und Musik von und mit KM. Aufführung am 5. März 2009 im Neuen Haus der Münchner Kammerspiele.

 

KW 4

Wie werde ich die 4. Kalenderwoche erleben? KM befragt 25 Berlinerinnen und Berliner im Voraus, wie ihre 4. Kalenderwoche 2009 aussehen und wie sie sich anfühlen wird. Die erwarteten Ereignisse, Befindlichkeiten und die tatsächlichen Geschehnisse werden in einem großen Stimmungsbild zusammengefasst und verglichen. In einem illustrierten Abend mit Moderation und Musik präsentieren KM ihre Forschungsergebnisse.

Januar 2009 im Studio des Maxim-Gorki-Theater, Berlin. Einen Kurzmittschnitt gibt es hier zu sehen. (Foto rechts (c) www.hcp-foto.com)

 

HAUSHALTSDEBATTE

KM eröffnet die Spielzeit 08/09 der Münchner Kammerspiele mit einer Haushaltsdebatte und der Frage: Was sollte man mit den Abendeinnahmen machen? Fünf Bürgerinnen und Bürger diskutieren und entscheiden über den Verbleib der Abendeinnahmen. Ob karitativer Zweck, künstlerisches Vorhaben oder privates Wohlbefinden: Alle Eingeladenen werben für ihr Projekt und müssen am Ende auch im Konsens entscheiden, wer wieviel bekommt. Können sich die Teilnehmer nicht einigen, geht das Geld zurück an die Münchner Kammerspiele.

Herbst 2008, im Schauspielhaus der Münchner Kammerspiele

 
 

KOTTI LÄSST MELDEN

KM sammelt wie schon in München (2006) sechs Tage lang Bürgermeldungen; diesmal rund um das Kottbusser Tor und präsentiert diese anschließend in einer öffentlichen Anhörung. Ziel ist es, jede der aufgenommenen Meldung so gut wie möglich zu vertreten, ohne sich dabei zu verbiegen. Eine detailierte Beschreibung der im Frühjahr 2008 gesammelten Meldungen, unserer Erfahrung mit den Passanten am Kotti und den Aufführungen im Festsaal Kreuzberg und im Studio des Maxim-Gorki-Theaters sind dem Sachbericht (pdf 1,5 MB) zu entnehmen.

 
 

JET LÖSUNGEN

KM lässt sich für vier Tage und Nächte im Jet-Projektraum einschließen, um in dieser Abgeschiedenheit Probleme der Passanten zu lösen. Einziger Kontakt zur Außenwelt ist eine Luke, durch die Ratsuchende ihr Anliegen vortragen können. Jeden Abend öffnet sich die Wand mit der Luke und KM präsentiert in einer Show die gefundenen Lösungen. Um uns völlig auf unsere Aufgabe konzentrieren zu können, sind wir für eine Woche von der Außenwelt abgeschirmt und von Lebensmittellieferungen der Passanten abhängig. Mehr hier. weitere Fotos hier. Winter 2007 bei JET (in Kooperation mit dem Maxim-Gorki-Theater)

 
 

GEHEN LASSEN

"Haben Sie Lust spazieren zu gehen? Haben Sie keine Lust spazieren zu gehen? Wenn Sie eine der beiden Fragen mit 'Ja' beantworten können, sind Sie bei uns richtig." Bei Gehen lassen KM ermöglicht Bürgern, andere für sich spaziergehen zu lassen und dabei über eine sie bewegende Frage nachzudenken. Nach erfolgtem Spaziergang werden Auftraggeber und Spaziergänger auf ein Podium gebeten, um einem Publikum die Fragen, bzw. die gefundenen Antworten zu präsentieren und diese anschließend bei einer geselligen Bratwurst zu vertiefen.

Im Rahmen der Ausstellung WALK - Spazierengehen als Kunstform im Kunstraum Kreuzberg Herbst 2007

 
 

KW 28

KM befragt 30 Menschen im Vorraus, wie ihre 28. Kalenderwoche aussehen wird. Im gemeinsamen Gespräch werden zunächst Vorhaben und Ereignisse den Tagen zugeordnet. Im nächsten Schritt wird darüber spekuliert, wie sich die Erlebnisse wohl anfühlen werden. Diese prognostizierten Daten werden in eine Stimmungskurve übertragen. Zum Ende der Woche können die Teilnehmer in einem eigens eingerichteten Stimmungsbüro ihre Daten korrigieren und mit Bildmaterial versehen. In einer Show analysierte KM statistische Daten und berichtete von Einzelschicksalen. Produktion: Münchner Kammerspiele. Sommer 2007

 

GIESSEN - EINE STADT WIRD DOKTOR

KM bietet allen Bürgerinnen und Bürgern der Stadt Gießen, die Würde des Bürgerdoktors zu erwerben. Einzige Voraussetzung, man muss in einer kurzen Doktorarbeit darlegen für welche Leistung man diese Auszeichnung verdient hat. Alle 57 eingereichten Arbeiten werden in einer Ausstellung präsentiert, drei Doktoranden werden zu einer Verteidigung eingeladen. In einem abschließenden Festakt erhalten alle Teilnehmer feierlich ihre Auszeichnung. Realisiert auf Einladung der Stadt Gießen. Frühjahr 2007. Zur Ausschreibung gelangen Sie hier.

 

VERTRETUNGSSTUNDE

"Was können wir von Ihnen lernen?" mit dieser Frage wendet sich KM an Passanten in der Berliner Innenstadt. Ausgerüstet mit einem mobilen Klassenzimmer lassen wir uns Wissen aus allen Gebieten beibringen. Wie verfertige ich angstfrei eine Einbrenne? Was ist der Unterschied zwischen räuberischer Erpressung und Unterschlagung? Wie teile ich einen Apfel ohne Werkzeug? Diese und vierundzwanzig weitere Themen werden von uns zu Lerneinheiten aufbereitet und in einer Vertretungsstunde den Zuschauern beigebracht. Entwickelt im Auftrag des Maxim-Gorki-Theaters Winter 2006. Ausführliche Informationen finden sich im Sachbericht. (pdf 1,5 MB)

 

MÜNCHNER LASSEN MELDEN

KM sammelt neun Tage lang Bürgermeldungen in der Münchner Fußgängerzone und präsentiert diese anschließend in einer öffentlichen Anhörung. Ziel ist es, jede der aufgenommenen Meldung so gut wie möglich zu vertreten, ohne sich dabei zu verbiegen. Eine detailierte Beschreibung der im Sommer 2006 gesammelten Meldungen, unserer Erfahrung mit Münchner Passanten und der mehrstündigen Aufführung im Neuen Haus der Münchner Kammerspiele sind dem Sachbericht (pdf 1,5 MB) zu entnehmen.

 
   

SHOW DES SCHEITERNS

Seit 2002 berichten in dieser losen Vortragsreihe Freiwillige über Vorhaben und Projekte berichten, die nicht zustande kamen. Unsere Botschaft lautet: Scheitern ist etwas Symphatisches, für das man sich nicht zu schämen braucht. Im Gegenteil: Nur wer etwas versucht, kann auch scheitern. Eingebettet in ein Rahmenprogramm aus Musik und Quiz werden die Referenten für ihren Mut gefeiert, etwas gewagt zu haben. Details zur Idee, ausführliche Berichte zu den Gastspielen und Presseberichte finden Sie hier.

 
   

ANTON REISER WERKSTIPENDIUM

Drei StipendiatInnen erhalten von uns für die Dauer von einem Monat eine von uns zubereitete warme Mahlzeit in einem temporären Studienhaus. Als Gegenleistung erwarten wir ein Kunst- oder Handwerk, das in einer abschliessenden Ausstellung präsentiert wird. Im Mittelpunkt der Installation steht die Frage nach dem Wert einer warmen Mahlzeit. Das Projekt wurde 2004 gefördert vom Hauptstadtkulturfonds, sowie vom Kulturamt Friedrichshain-Kreuzberg. Zum Anton Reiser Werkstipendium ist auch eine ausführliche Dokumentation erschienen.

 
   

BALLASTANNAHME

In der Bundesballstannahme (BuBa) nehmen korrekt gekleidete Sachbearbeiter persönlichen, gesellschaftlichen oder ideologischen Ballast entgegen: "Überlegen Sie, was Sie im Entwurf Ihres künftigen Lebens nicht mehr vorfinden möchten." In der Sammelstelle, wo der dazugehörige Lagerist alle abgegebenen Objekte akribisch vermisst und fotografisch dokumentiert, finden sich bereits die üblichen Verdächtigen: Eine Uhr, ein Päckchen Tabak, die Hartz-IV-Broschüre... Die Massnahme wurde 2005 auf dem Inselkongress Harriersand bei Bremen realisiert.

 
   

TROSTSTUBE

KM hat einen formellen Troestungsakt entwickelt. Was Beichtstuhl, Beschwerdestelle und Hotline nicht mehr leisten, vermag die Troststube. Der Raum erinnert auf den ersten Blick an ein Wahllokal, eine provisorisch eingerichtete Behörde. An einer langen Tafel sitzen zwei Sachbearbeiter. Sie informieren über das Angebot der Troststube, verteilen Formulare. Dem Tisch gegenüber befinden sich zwei Kabinen. In der ersten, kann ein Beschwerdeformular ausgefüllt werden, die zweite dient der verbalen Äußerung. Der Beschwerde folgt ein formaler Tröstungsakt, durchgeführt durch einen der Sachbearbeiter. Erstmals im Podewil im Sommer 2003.

 
   

BEGEHBARES FORMULAR

Besucher können Antrag auf Anerkennung für persönliche Leistung stellen. Für was die beantragten Anerkennung gewährt werden soll, steht den Antragstellern frei. Ein Sachbearbeiter begleitet die Antragsteller durch ein in neun Felder unterteiltes Formular, in dem je eine Frage zur Spezifizierung der Leistung zu beantworten ist. Die Anerkennung wird in einem extra Feld in Form eines Händedrucks verliehen. Produktion: Sommer 2005 Post, Berlin.

 
   

BUNDESDENKMALSCHUTZ

Nach Abriss des alten Kunstvereingebäudes formieren sich vor der Baugrube Protestierende, die verhindern wollen, dass auf dem Gelände ein Einkaufscenter entsteht. KM gibt sich als Bundesdenkmalschutzbehörde aus. Anhand einer Luftaufnahme wird in einer Pressekonferenz erläutert, was für archäologische Funde sich auf dem Gelände befinden. Die Erzählung steigert sich ins Groteske. Die Hoffnung, dass der Boden etwas Besonderes enthält, bleibt bestehen. Realisiert in Köln. Aktionstage am Loch, Sommer 2003.

 
   

ANTRAGSANNAHME

KM ermöglicht Besuchern Anträge aus folgenden Bereichen zu stellen: Antrag auf Namensänderung, Antrag auf Waffenschein oder Munitionserwerb, Erklärung zum Kirchenaustritt, Antrag zur Befreiung von der Rundfunkgebühr, Einreichung einer Petition im Deutschen Bundestag, Bewerbung als Referent der Show des Scheiterns. Die erforderlichen Angaben wurden von KM aus dem Gedächtnis heraus abgefragt. Dorthinein gelangten auch die Antworten. Realisiert in der Post, Berlin. November 2004.

 
   

HASENKLAGE

Zwei Darsteller begleiten mit in der Jagd gebräuchlichen Lockpfeifen, wie Hasenklage, Mauspfeifchen oder Hirschrohr eine Komposition aus einem Ghettoblaster. Im ersten Teil wird versucht die Welt der Tiere zu immitieren. Im zweiten Teil übernehmen die beiden die Partei der Jäger und schmettern im pathetischen Hip-Hop: Shoot the deer. Im dritten Teil wird wiederrum aus Sicht der Tiere die Klage angestimmt. UA: Kunstraum Kreuzberg Herbst 2005